logo
Suche:

In dieser Rubrik finden Sie Informationen über Websites, Call for Papers/Contributions oder Projekte/Initiativen die auf der Suche nach Vernetzung sind:

Zum Ansehen aller Informationen eines Jahrgangs klicken Sie bitte links auf den entsprechenden Menüpunkt.


Juli 2017

CFP: Central and Eastern Europe after the First World War/Das östliche Europa nach dem Ersten Weltkrieg - Berlin 01/18

European Network Remembrance and Solidarity, Warsaw; Federal Institute for Culture and History of the Germans in Eastern Europe, Oldenburg; in cooperation with: Leibniz Institute for the History and Culture of Eastern Europe (GWZO) (Germany), Leipzig; Jagiellonian University of Cracow, Department of Historical Anthropology; Pavol Jozef Safárik University in Kosice, Department of History; Hungarian Academy of Science, Institute for Humanities, Research Center of History; Babes-Bolyai University of Cluj-Napoca
31.01.2018-02.02.2018, Berlin, Botschaft der Slowakischen Republik in Berlin
Deadline: 15.07.2017
In den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg (1918-1923) verdichteten sich im östlichen Europa politische, militärische, kulturelle, soziale und wirtschaftliche Entwicklungen in besonderem Maße. So war jene Zeit zum einen geprägt von den Bemühungen, eine internationale Friedensordnung zu schaffen und bisher unterdrückten Nationen zur Emanzipation zu verhelfen. Zum anderen bestimmten sie politischer Revisionismus und territoriale Ansprüche sowie ein Maß an politischer Gewalt, das vielerorts eine Fortsetzung des Krieges unter veränderten Bedingungen war. Die politisch Verantwortlichen suchten die jungen Nationalstaaten vor radikalen politischen Utopien zu bewahren und mussten sich den Herausforderungen einer sozialen und wirtschaftlichen Krise stellen, den Wiederaufbau vielfach verwüsteter Landstriche bewältigen und die soziale
Versorgung von Invaliden, Leidtragenden des Krieges gewährleisten. Angesichts dieser widerstrebenden Tendenzen bildeten sich unterschiedliche Erinnerungen an jenes Jahrfünft heraus, die bis heute eine transnationale Memorialkultur kaum möglich erscheinen lassen. Die Tagung berücksichtigt das Jahrfünft zwischen der russischen Revolution und der Endphase des Ersten Weltkriegs und dem Jahr 1923, das einerseits mit der Überwindung der Inflationszeit und der Etablierung des "neuen Europa" für eine gewisse Konsolidierung sorgte, andererseits mit dem gescheiterten Putschversuch Adolf Hitlers in Deutschland und der vorausgegangen faschistischen Machtübernahme in Italien den Blick auf die anhaltende Bedrohung der demokratischen Ordnung lenkt. Angestrebt wird ein ausgewogenes Verhältnis an Teilstudien und transnationalen Untersuchungen, um zum einen das wechselseitige Verständnis für partikulare Entwicklungen in einzelnen europäischen Staaten zu fördern, aber dabei auch übergreifenden Phänomenen gerecht zu
werden.
Gewünscht sind Vorträge zu folgenden Themenblöcken:
- Das Ende der Imperien und die Entstehung einer neuen Staatenordnung
Inwieweit veränderten der Erste Weltkrieg und die Pariser Friedenskonferenzen die politische Landschaft Zentraleuropas? Welche Chancen und Handlungsspielräume eröffneten beispielsweise die Implementierung internationaler Organe wie die interalliierten Kommissionen, der Völkerbund und der Internationale Gerichtshof in Den Haag?
- Neubeginn und politische Emanzipation
Auf welche Ideen gründeten sich die neuen bzw. die in ihrem Bestand erneuerten Staaten Zentraleuropas? Welche Rolle spielten Ideen wie Sozialismus oder Pazifismus einerseits und der Faschismus andererseits? Welche Auswirkungen hatten die Durchsetzung des Frauenwahlrechts in vielen Staaten und die Errichtung der International Labour Organization (ILO)? Auf welchen Werten und Überzeugungen beruhte die internationale Reputation von Vertretern bisher als "Underdogs" behandelter Nationen wie Tomás G. Masaryk, Edvard Benes, Józef Pilsudski, Eleftherios Venizelos, Nicolae Titulescu oder Mustafa Kemal Atatürk?
- Soziale und ökonomische Krise
Wie reagierten die traditionellen (Vorkriegs)Eliten in Politik und Wirtschaft auf die neu entstandenen sozialen Demokratien? Welche sozialen und mentalen Folgen hatten Erfahrungen von Gewalt, Mangelwirtschaft und anhaltender Instabilität? Welche soziale und politische Bedeutung hatte die gefühlte bzw. tatsächliche Belastung der durch die Siegermächte auferlegten Reparationen für das Deutsche Reich, Österreich, Ungarn und Bulgarien?
- Revolutionen, Gegenrevolutionen, Revisionismus und territoriale Ansprüche
Welche Erwartungen und Befürchtungen nährte die Oktoberrevolution in Russland? Mit welchen politischen, militärischen und wissenschaftlichen Argumenten versuchten manche Staaten, ihre territorialen Ansprüche gegen die Gebiete anderer Staaten zu legitimieren?
- Erinnerungen an den "Großen Krieg"
Welche Formen der Erinnerung an den Weltkrieg wurden in den Jahren 1918-1923 in den einzelnen nationalen Gesellschaften entwickelt? Welche Rolle spielten Kriegsgräber, Denkmäler, Interessensvertretungen (Kriegervereine, Veteranen- und Invalidenvereinigungen) sowie künstlerische und intellektuelle Verarbeitungen des Krieges in der bildenden Kunst, der Literatur und der Geschichtswissenschaft? Welche Bedeutung hatten in der Erinnerungskultur der einzelnen Staaten die Berücksichtigung von Minderheitenrechten und der "ethnische Aspekt" der neuen Ordnung?
Die Tagung findet vom 31. Januar bis 2. Februar 2018 in Berlin statt.
Die Tagungsbeiträge (in englischer oder deutscher Sprache) in einer Länge von 20.000 Zeichen sind vor der Tagung einzureichen. Eine Publikation der Beiträge in Begleitung zu einer thematisch einschlägigen Open Air-Ausstellung ist geplant. Diese Ausstellung wird vom Europäischen Netzwerk Erinnerung und Solidarität vorbereitet.
Die  Papers zur  Tagungsteilnahme  sind mit 400  Wörtern  und  einem  kurzem  CV  in deutscher oder englischer Sprache bis 22. Juli 2017 einzureichen.
Mail-Adressen: bartosz.dziewanowski@enrs.eu oder burkhard.olschowsky@bkge.uni-oldenburg.de

CFP: Krieg, Revolution und Staatsgründung in der Ukraine (1914-1923). Nachwuchsworkshop der Deutsch-Ukrainischen Historikerkommission
26.09.2017-30.09.2017, Kyjiw
Deadline: 30.07.2017
Das Revolutionsjahr 1917 stellt für viele Ukrainer bis heute einen traumatischen Erinnerungsort dar, der vor allem mit den gescheiterten Staatsgründungsversuchen verbunden wird. Das Revolutionsjubiläum soll in diesem Jahr in der Ukraine ganz im Zeichen der "nationalen ukrainischen Revolution" begangen werden, in deren Mittelpunkt die nationale Bewegung des ukrainischen Volkes und der Kampf um die Staatsgründung standen. Diese Sichtweise revidiert das alte sowjetische Narrativ der "Großen Sozialistischen Oktoberrevolution" Gesamtrußlands, wonach die Revolution in der Ukraine ausschließlich als Kampf sozialer Klassen verstanden wird und das den kurzlebigen ukrainischen Nationalstaaten der Jahre 1917 bis 1920 nur marginale Bedeutung zumaß. Zuweilen wird in diesem nationalen ukrainischen Narrativ jedoch den sozialen Aspekten der Revolution zu wenig Beachtung geschenkt. Es bedarf anderer Sichtweisen, die die nationalen und sozialen Faktoren des Revolutionsjahres in ihrer wechselseitigen Abhängigkeit und Verflechtung integrieren und zudem die verschiedenen lokalen und regionalen Revolutionsgeschichten im ehemaligen Russischen Imperium miteinander verknüpfen.
Die Deutsch-Ukrainische Historikerkommission lädt Promovierende und fortgeschrittene Studierende in Master-Programmen zu einem Seminar ein, bei dem integrierende Perspektiven auf die Geschichte des Revolutionsjahres 1917 im größeren zeitlichen Kontext von Erstem Weltkrieg, Revolution und Bürgerkrieg in der Ukraine (1914-1923) entwickelt werden sollen. Unter anderem sollen dabei Fragen der ukrainisch-deutschen Verflechtungsgeschichte aufgegriffen, verschiedene ukrainische Regionen in den Blick genommen und transregionale Prozesse jenseits der Zentren einbezogen werden.
Das Seminar findet in Zusammenarbeit mit dem Institut für Geschichte der Akademie der Wissenschaften der Ukraine in Kyjiw statt und besteht aus zwei inhaltlichen Teilen. Während der ersten drei Tagen des Seminars sollen eigene Forschungsarbeiten der ukrainischen und deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmer vorgestellt und untereinander sowie mit weiteren ExpertInnen diskutiert werden. Dies können Promotionsprojekte oder auch Arbeiten im Rahmen von Masterstudiengängen sein, die sich mit der Geschichte des Ersten Weltkriegs, der Revolutionen von 1917 oder des anschließenden Bürgerkriegs beschäftigen. Im nächsten Schritt werden die Ergebnisse des Workshops auf der Jahreskonferenz der DUHK in Kyjiw, die vom 28. bis 30. September stattfinden wird, knapp und überblicksmäßig präsentiert. 
Das Seminar findet unter der Leitung von Prof. Dr. Yaroslav Hrytsak (Ukrainische Katholische Universität L'viv) und Prof. Dr. Tanja Penter (Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg) statt.
Insgesamt stehen zwölf Plätze zur Verfügung. Die Gruppe sollte sich möglichst zu gleichen Teilen aus Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Deutschland und der Ukraine zusammensetzen. Die Veranstaltung findet auf Deutsch und Ukrainisch mit Übersetzung statt.
Die Übernachtungs- und Verpflegungskosten werden von den Veranstaltern übernommen. Außerdem wird ein Reisekostenzuschuss für die Anreise aus Deutschland in Höhe von maximal 200 Euro gewährt.
Wir möchten Interesseierte bitten, eine Bewerbung mit Lebenslauf, einem kurzen Motivationsschreiben sowie einem Exposé ihres Forschungsvorhabens (maximal 300 Wörter) gebündelt zu einer PDF-Datei bis zum 30. Juli 2017 an folgende Adresse zu schicken: kateryna.kudin@lrz.uni-muenchen.de.
 

CfP Bilder und Sprachen von Not, Gewalt und Mobilisierung. Das östliche Europa nach 1918 in medialen Repräsentationen
Regensburg 12.-13. April 2018
Deadline: 31.07.2017
Der doppelte Waffenstillstand zwischen den Mittelmächten und Russland und der Ukraine im Februar/März 1918 (Brest-Litowsk) sowie im November 1918 zwischen der Entente und den Mittelmächten beendete zwar formell den Ersten Weltkrieg. Die Gewalt lebte aber in vielen Regionen des östlichen Europa fort, wie in Grenz- und Bürgerkriegen oder infolge von paramilitärischer Gewalt. Begleitet war dies von sozialem Elend sowie einer oft schwierigen Transformation staatlicher Strukturen und ökonomischer Beziehungen. Nach wie vor ist offen, wie stark die Gewalt-und Destabilisierungserfahrungen der unmittelbaren Nachkriegszeit die neue politische und gesellschaftliche Ordnung in der östlichen Hälfte des europäischen Kontinents prägten.
Erst ansatzweise ist untersucht, welche Rolle in diesem Rahmen Massenmedien bei der Vergemeinschaftung und Dramatisierung von Gewalt- und Umbruchserfahrungen spielten. Vor dem Hintergrund der Gegnerstereotypen der Kriegspropaganda und neuer medialer Aussageformen soll die Doppeltagung daher untersuchen, wie (Sprach-)Bilder von Not und Elend, Gewalt und Krise produziert, verbreitet und beantwortet wurden. Es soll danach gefragt werden, welche Dynamiken von einzelnen Medienereignissen (wie z. B. Schlachten, Attentaten, sozialen Unruhen, Pogromen und ethnischen Konflikten, Demonstrationen oder galoppierender Inflation) ausgingen und welche transnationalen Rezeptions- und Reaktionsmuster charakteristisch waren. Das östliche Europa kommt in diesem Zusammenhang nicht nur als "crisis zone of Europe" (Ivan Berend) in den Blick, in der vor dem Hintergrund postimperialer Neu-Konfiguration soziale und politische Experimente etwa in der Kunst möglich wurden, sondern auch als Raum neuer medialer Experimente und Repräsentationen, die bewusste Gegenakzente setzten zur tradierten Welt der spätfeudalen multinationalen Monarchien.
Das Medium der Fotographie und im weiteren Verlauf der Nachkriegszeit des Radios und des Kinos wurden zu wichtigen Schauplätzen des Kampfes um Bedeutungshoheit über die neuen Verhältnisse. Unterschiedliche Akteure nutzten die genannten, aber auch andere neue mediale Möglichkeiten und vor allem die emotionelle Kraft des Bildes, um nach Innen sowie nach Außen Überzeugungsarbeit zu leisten. Der Oktoberaufstand und der Bürgerkrieg in (Sowjet-)Russland produzierten Bilder, die langfristig die Ikonografie von politischen Umbrüchen prägen sollten. Die Abbildungen des Flüchtlingselends am Balkan und in Mitteleuropa aber auch des Hungers in Russland 1920-1923 gelten als eine der Wurzeln der Nutzung der Fotografie und anderer graphischer Künste für internationale humanitäre Hilfe.
Die Doppeltagung wird nicht ausschließlich nach visuellen Repräsentationen des Nachkriegs im östlichen Europa fragen, sondern auch andere Formen medialer Vermittlung (wie Ton) in den Blick nehmen. Dabei geht es auch um die Veränderung von Wahrnehmungsmustern und Wahrnehmungserwartungen. Die Leitfrage hierbei ist, inwieweit die Nachkriegserfahrung einerseits neue mediale Repräsentationsformen stimulierte, andererseits letztere die Wahrnehmung und Erinnerung dieser Krisen und Konflikte prägten.
Auch Bildlichkeit ist dabei weit gefasst - es sollen nicht nur Fotos in den Blick genommen werden, sondern auch Karikaturen, kartografische Abbildungen, Piktogramme und Infografiken und deren Versuche der grafischen Darstellung sozialen Leids. Entsprechend können die einzelnen Beiträge die Wechselwirkungen zwischen neuen Repräsentationsformen und der Transformation von Wissens- und Werteordnungen adressieren. Auch interessieren die technischen und ästhetischen Aspekte ebenso wie die Akteure - Beispiele sind Künstler/innen wie Käthe Kollwitz mit ihrer Darstellung des Hungers in Russland, Fotografen wie der auf dem Balkan 1918 aktive Lewis Hine oder Wissenschaftler wie die Kartographen Pál Teleki oder Eugeniusz Romer.
"Sprachen" versteht die Doppeltagung ebenfalls breit. Entsprechend sind unterschiedlichste Tradierungsformen von Gewalt- und Krisenerfahrung, ihre Archivierung und interessengesteuerte Präsentation Thema der Doppeltagung. Beispiele dafür sind Fotos aus dem Bürgerkrieg in (Sowjet-)Russland, die sich im Nachlass von General Wrangel befanden und von der Bayerischen Staatsbibliothek digitalisiert wurden, oder Originaldokumente über die Nachkriegswirren im Baltikum, die am Herder-Institut aufbewahrt werden. Diese Materialien erlauben, neue Fragen zu stellen: Wie haben Regierungen und Konfliktparteien versucht, sich neuer Bildsprachen zu bemächtigen oder diese sogar zu entwickeln? Wie haben verschiedene Gruppen Visualisierungen von Leid und Unterdrückung als Mittel des politischen Kampfes und der Mobilisierung genutzt? Welche Rolle spielten internationale Akteure, z. B. im Rahmen humanitärer Aktionen? Wurde hier gar ein neues Kapitel in der Geschichte politischer Propaganda und sozialer Agitation aufgeschlagen?
Während der erste Teil der Doppeltagung 2018 in Regensburg stattfindet und auf die unmittelbare Nachkriegszeit und die Zeit des Bürgerkriegs in Sowjetrussland und der Ukraine fokussiert, wird sich der zweite Teil 2019 in Marburg auf die Krisen der Zwischenkriegszeit, wie die Folgen der Implementierung der neuen Staatsformen, der Hyperinflationen oder der Weltwirtschaftskrise, konzentrieren. Zu fragen ist hier, ob das östliche Europa auch Ende der 1920er und zu Beginn der 1930er Jahre weiterhin ein Laboratorium für weit über die Zwischenkriegszeit hinaus wirkende Repräsentationsweisen von Umbruch und tiefer Krise war. Es ist diese Fragestellung nach der Bedeutung medialer Repräsentation, die beide Tagungen inhaltlich verbindet, nicht etwa die Frage nach dem Zusammenhang zwischen politischer und wirtschaftlicher Krise.
Tagungssprachen sind Deutsch und Englisch. Reise- und Übernachtungskosten werden von den Veranstaltern übernommen. Referatsvorschläge sollen sich auf eine der beiden Tagungsteile beziehen. Für die Tagung in Marburg im Jahr 2019 wird es 2018 einen zweiten Call geben.
Abstracts (max. 400 Wörter) sollen gemeinsam mit einem kurzen CV (max. 1 Seite) über das Tagungsportal eingereicht werden: http://www.ios-regensburg.de/ausschreibungen.html
Nachfragen an: tagung@ios-regensburg.de
Deadline für Referatsvorschläge: 31. Juli 2017
 

CfP: Der Alltag der Ausnahme: Besatzungsregime im 20. Jahrhundert
Historisches Institut der Universitätzu Köln
07.12.2017-08.12.2017
Deadline: 15.08.2017
Besatzungsregime im 20. Jahrhundert lassen sich als Ausnahmezustände beschreiben: Bestehendes Recht tritt außer Kraft, das zivile und militärische Gewaltmonopol gehen in die Hände der Besatzer über, soziale Hierarchien werden neu definiert, Arbeit und Wirtschaft werden nicht selten nach den Okkupanten ausgerichtet; oftmals begleiten Zerstörung, Verletzungen und Tod den Wechsel von der alten zur neuen Ordnung.
Zugleich aber sollten Veränderungen kontextueller Rahmungen nicht den Blick auf das Alltagsleben und -erleben verstellen. So sind Okkupationsregime, wenn auch temporäre, doch alltägliche Ordnungssysteme, in denen Besatzer wie Besetzte Routinen entwickelten und in Kontaktzonen miteinander interagierten. Zwar bestand eine Machtasymmetrie zwischen Besetzten und Besatzern, doch war diese keineswegs starr und monolithisch, sondern stand unter stetigem Legitimationsdruck und war dynamischen Aushandlungsprozessen unterworfen.
Die deutsche Alltagsgeschichte wie auch die aus der Annales-Tradition kommende Mentalitätsgeschichte entwickelten seinerzeit einen eher offenen Alltagsbegriff, in Kontrast zu Herrschaft und Strukturen und mit Blick auf subalterne Individuen und Gruppen im Sinne einer Geschichte 'von unten'. Allerdings lässt sich Alltag zuspitzen auf etwas über Routinen und habituelle Praktiken Hergestelltes, das in erster Linie Erwartungssicherheit garantieren soll. Im Ausnahmezustand wird diese Sicherheit suspendiert, auf Dauer gestellt spricht man vom permanenten oder perpetuierten Ausnahmezustands oder gar von einer Normalität des Ausnahmezustands. In diesen Begriffen drückt sich ein Nebeneinander von Alltäglichkeit und Außeralltäglichkeit aus, das die formaljuristische Kategorie des Ausnahmezustandes überschreitet und auf die Perspektive der Akteure verweist. Alltag und Ausnahme sind somit keine einander ablösenden, wechselseitig exklusiven Zustände mehr, sondern in Besatzungskontexten synchrone und sich gegenseitig bedingende Phänomene.
Die Impulse der jüngeren Okkupationsforschung  aufnehmend, welche die Alltagsperspektive wieder stärker betont, möchten wir im Rahmen dieses Workshops die Frage diskutieren, wie und mit welchen Methoden sich Alltag in der Ausnahmesituation von Besatzung analytisch stärker greifen lässt. Im Zentrum soll stehen, wie Alltag und Ausnahme in der Begegnung zwischen Besatzern und Besetzten immer wieder neu hergestellt und verhandelt werden. Dabei sind unterschiedliche Zugänge denkbar, seien es raumhistorische Ansätze die z.B. die Orte der Begegnung bzw. Kontaktzonen in den Fokus der Analyse rücken; praxeologisch inspirierte Zugänge, die gegenseitigen Bezüge der praktischen Tuns der Akteure beleuchten, oder aber Sound- und Visual History ausgerichtete Beiträge, die auf die Erfahrungsebene abheben. Da sich Besatzungsherrschaft als Grenzphänomen zwischen Krieg und Frieden bewegt, interessieren wir uns insbesondere für die Präsenz und die unterschiedlichen Erscheinungsformen von Gewalt und deren Rolle für Alltag und Ausnahmezustand. Dies sollen aber nur Anregungen sein. Wir sind offen für Ihre eigenen Vorschläge.
Zeitlich beschränken wir uns auf das 20. Jahrhundert, allerdings sind räumlich keine Grenzen gesetzt. Explizit sind Beiträge willkommen, die über das üblicherweise im Kontext von Besatzungen untersuchte Terrain des Zweiten Weltkriegs hinausgehen.
Herrn Professor Dr. Martin H. Geyer (LMU München) konnten wir für einen
Impulsvortrag gewinnen.
Wir bitten Interessierte ihre Themenvorschläge (maximal 300 Wörter) inklusive einer Kurzbiographie bis zum 15. August 2017 an thomas.blanck@smail.uni-koeln.de zu senden. Bis zum 15. September informieren wir über eine Annahme Ihres Vorschlags. Reisekosten und Unterkunft können übernommen werden.
 

CfP: Captivity in War: a Global Perspective (19th and 20th Centuries)
This conference will explore various issues relating to captivity in war in the 19th and 20th centuries. In recent years, the study of prisoners of war has increasingly attracted scholarly attention. However, it remains a neglected topic when it comes to research on wars, which often focuses either on the conduct of war itself or on the home front, with prisoners of war fitting in neither of those categories. The aim of the conference is to bring together academics currently working on various aspects of captivity in war during the 19th and 20th centuries, and to discuss and explain how captivity in war varied and evolved during this period.
We welcome proposals for 15-minute papers from researchers not only with a historical background, but also from other disciplines. Submissions from postgraduate and early career researchers are particularly welcomed. We purposely use a broad definition of «captives», which not only refers to prisoners of war but also includes forced labourers, civilian internees etc. Topics may include, but are not limited to:
-International organisations and humanitarian aid
-Violence towards captives
-Camps
-Captives and labour
-Interaction with local populations
-Remembrance
-Release and reintegration
The conference will be held at the University of Bern, Switzerland on 23/24 March 2018 and is organised by the Military Academy at ETH Zurich.
Please submit an abstract of 300 words and a brief CV to: marcel.berni@vtg.admin.ch and tamara.braun@vtg.admin.ch by 15 September 2017.
Bursaries to cover travel expenses and accommodation are available.
We aim to publish selected contributions in a special edition of the peer-reviewed International Journal of Military History and Historiography.

CFP: An environmental history of wars in Central Europe -- Hungarian Historical Review
Deadline: 30.09.2017
The Hungarian Historical Review invites submissions for its third issue in 2018, the theme of which will be "An environmental history of wars in Central Europe"
The deadline for the submission of abstracts: September 30, 2017 The deadline for the accepted papers: January 31, 2018
The environmental changes of the last millennium in East Central Europe have been studied for decades, and historians, archaeologists, and natural scientists have made substantial contributions to a more nuanced understanding of the relationships between the environment on the one hand and cultural and political history on the other. Historical processes can hardly be grasped in their complexity without some understanding of the changes that have taken place in the natural environment, and yet for the most part environmental history has remained a marginal topic or perspective in the study of the history of East Central Europe. Indeed, in many countries of the region it is still regarded as an auxiliary discipline of importance primarily simply because it adds an interdisciplinary angle to more traditional historical inquiries.
Environmental history does not have a single agenda. It is neither a turn nor a paradigm in historiography. There are many ways to write environmental history. For their part, archaeologists, geologists, geographers, biologists, palynologists, climatologists etc. have made important contributions, but their work and methodologies have not yet been organized systematically to produce a holistic picture precisely because of the absence of a synthetic historical approach. Furthermore, sometimes these scientists have neglected one another's work, and some of the different disciplines continue to arrive at contradictory findings.
In Western European and U.S. scholarship, one of the problems which has drawn significant interest is environmental change brought about by military conflicts. The environmental legacy of wars has been intensely studied in the last two decades, in part in connection with the visible destruction and environmental impact of the two World Wars, the Vietnam War, and the Gulf War. Dozens of major works have focused on the environmental transformation of landscapes in regions affected by war. However, most of these works addressed the problem of the environmental footprint of wars in modern times and, in particular, the twentieth century. Very few studies examined how military tactics in medieval or early modern times transformed the environment in various parts of Central Europe. The Hungarian Historical Review seeks contributions that will enrich our understanding of the environmental history of wars, broadly understood. The questions the articles should address may include but are not limited to:
- the impact of periods of war on landscape;
- changes in landscapes after wars;
- military industry and its impact on historical environments;
- landscapes of peace;
- the roles of weather and climate in military campaigns;
- the roles of landscapes in determining military tactics
The long-range goal is to summarize the related efforts in order to enhance communication among different fields of the sciences and foster exchanges among researchers of different nationalities. The short-term goal is to present a general, overall picture of our knowledge of environmental changes brought about by wars.
We invite the submission of abstracts on the questions and topics raised above.
Please send an abstract of no more than 500 words and a short biographical sketch with a selected list of the author's five most important publications (we do not accept full CVs).
The editors will ask the authors of selected abstracts to submit their final articles (max. 10,000 words) no later than January 31, 2018. The articles will be published after a double blind peer-review process. We provide proofreading for contributors who are not native speakers of English.
All articles must conform to our submission guidelines: http://hunghist.org/index.php/for-authors . The deadline for the submission of abstracts: September 30, 2017. Proposals should be submitted by email: hunghist@btk.mta.hu
The Hungarian Historical Review is a peer-reviewed international quarterly of the social sciences and humanities the geographical focus of which is Hungary and East-Central Europe. For additional information, including submission guidelines, please visit the journal's website: www.hunghist.org

Juni 2017

 

CFP: 1917 - Revolution in War, Society in Revolution. 4th conference from the series Hobnailed Years in the Battlefields 1914-1918
(19.09.2017-21.09.2017, Prague, Chamber of Deputies of the Parliament of the Czech Republic, Snemovní 1, Prague 1)
Deadline: 10.07.2017
The drawn-out conflict, which without making any difference among the belligerent parties gradually dominated all the participating states and their inhabitants, succeeded in the meantime in disrupting and re-structuring of the social structures and institutions. In 1917, the degree of war exhaustion not only reached the limits of bearability, but in many cases went well beyond them. In desperate effort to defeat the war, people in hinterland as well as soldiers in the front line stepped en masse outside of the conventions for the first time, into the unpredictable and unknown realm of the revolution. That is what happened in Russia, where on one hand the double revolt took the country out of
the world war, but at the cost of collaps and the following agony of a civil war. Not everywhere did the revolt against the war question the war itself and its goals; instead, it turned against the ways of its conduct, like in France, where the military mutinies almost destroyed the military readiness of her armies.
The revolutionary year 1917 brought the USA into the battle, and took Russia out of it. Italy nearly left the camp of the Entente in autumn, shattered by the debacle at Caporetto. The military-technical innovations hand in hand with new combat methods were supposed to cause turnaround in the front lines and the struggle for "hearts and minds" of the population of belligerent countries acquired new dimensions as well. This struggle hit the most vulnerable spot attacking the will, determination, loyalty.
The fourth conference in the cycle will again aspire to create a broad thematic spectre and multifarious composition of contributions in order to attempt a sketch of another year of war.
Composing the programme of the conference, we will prioritise contributions dedicated to the following subject matters:
- diplomacy
- coalition warfare
- peace initiatives
- strategy
- war aims
- conduct of war
- combat tactics
- military operations
- organization and replacement of troops
- prisoners of war
- war losses
- war crimes
- military health services
- internal politics
- life behind the lines
- civil associations and organizations
- public opinion
- resistance movements
- state administration and self-government
- economy
- social care
- propaganda
- art
- science and technology
This conference will also provide the opportunity to introduce research and documentation projects concerning the First World War (e.g. digitisation of sources and literature, creation of databases and other applications).
Please send all synopses of papers together with a short CV of the author to the following email address: konference@vhu.cz by 10 July 2017.
The Military History Institute Prague reserves the right to modify the programme of the conference depending on the number and structure of entered papers. The presented contributions will be published in a separate publication.
The languages used during the conference are Czech, English and German.

Call for Papers for the conference Image, History and Memory (Warsaw, 6–8 December 2017).
You may find the CfP at the following link: enrs.eu/docs/genealogies/Image_history_memory_CfP.pdf
The conference will be the 7th edition of our Genealogies of Memory in Central and Eastern Europe program.
The deadline for submissions is: 15 July 2017.

Mai 2017

Stip: 1-year postdoctoral position "War and citizenship. Redrawing the boundaries of citizenship in the First World War and its aftermath" (Naples)
Università di Napoli Federico II, Napoli, 04.05.2017-05.06.2017
Deadline: 05.06.2017
 
One 1-year postdoctoral position is available within the PRIN 2015 research project War and citizenship. Redrawing the boundaries of citizenship in the First World War and its aftermath.
 
Head of Research: Prof. Daniela Luigia Caglioti
Host Institution: Università degli Studi di Napoli Federico II - Dipartimento di Scienze Sociali (Italy)
Approx. starting date: September 2017
 
Research Project
"War and citizenship. Redrawing the boundaries of citizenship in the First World War and its aftermath" is a 3-year project funded by Italian Ministry of Education and Research (2017-2020). The project is led and coordinated by Prof. Daniela Luigia Caglioti and is hosted by the Department of Social Sciences at University of Napoli Federico II (Italy).
The project focuses on the process of definition and re-definition of state, peoples and citizenship in two periods of crisis and transition that were also moments of construction of a new sense of belonging and of exclusion: The First World War and its aftermath. As critical moments of the mobilization of parts of the population and of the exclusion of others through violence and forced nationalization (including economic nationalization), the war and the revolutions it generated contributed to the re-definition of the criteria and concepts of citizenship and belonging. After the war, the collapse of empires and the creation of new successor states also brought about processes of re-definition of inclusion and exclusion, which impacted upon both Europe and her colonial possessions, as well as upon international law.
Applicants are required to develop a research proposal focusing on the transition from state of emergency to ordinary life and in particular on the restoration of rights and legal processes; on the mixing and un-mixing of peoples caused by the redrawing of the borders, and by the different options introduced by the peace treaties, in particular in the successor states; on the writing of new nationality laws in the sovereign states strengthened or created by the war; on the emergence of statelessness as a crucial issue of the post-war order; on the way in which changes in nationality laws and citizenship notions affected gender relationships and the urge to redefine women' citizenship. The research proposal shall focus on one or more successor states.
 
Post-doc profile
The ideal candidate must possess a Ph.D., preferably in History, defended by the deadline of the call, an excellent command of English and of at least another Eastern, Central or Southern-Eastern European language.
 
Requirements and conditions of the appointment
Applicants must present a research proposal in the field of the "War and citizenship" project (max 10,000 signs), a cv (max three pages), three of publications chosen from those that are most representative of their profile, a copy of their Ph.D. thesis, two letters of reference.
 
Salary: 25,556.85 (gross)
 
Application deadline: 5 June 2017
 
The detailed notice and application forms are to be found at the following URL:
http://www.unina.it/documents/11958/14215274/SSOC_01-2017_05.pdf (Italian version)
http://www.unina.it/documents/11958/14215274/SSOC_01-2017_05_EN.pdf (English version)
 
For further information, please send an e-mail to: danielaluigia.caglioti@unina.it
 
 
 
CfA: 1914-1918-online. International Encyclopedia of the First World War
Journal: 1914-1918-online. International Encyclopedia of the First World War, Berlin
01.02.2017-31.07.2017
 
"1914-1918-online. International Encyclopedia of the First World War" is an English-language online reference work on World War I dedicated to publishing high quality peer-reviewed content. Each article in the encyclopedia is a self-contained publication and its author receives full recognition. All articles receive a distinct URL address as well as a Digital Object Identifier (DOI) and are fully citable as scholarly publications.
"1914-1918-online" is an open access publication, which means that all articles are freely available online, ensuring maximum worldwide dissemination of content.
The editors invite academics to contribute articles on a select number of topics not yet covered by our invitation-only editorial process. Authors who are interested in submitting a paper on any of the subjects listed should submit a short CV with a publication list, as well as an abstract (max. 250 words) or a full-length paper.